22.01.2026 • von Jonas Kellermeyer

Innovationspartner-
schaften: heute wichtiger denn je

Ein Mann erklärt einer jungen Frau die Funktionsweise einer handelsüblichen VR/MR-Brille

Innovation wird häufig in Projektform gedacht und angegangen. Mit klarer Laufzeit, klarer Methodik und dem impliziten Wunsch, am Ende eine Lösung präsentieren zu können geht die Mehrzahl der von Innovationsdruck Geplagten einen solchen Prozess an. Was dabei allerdings häufig übersehen wird: Viele der Herausforderungen, mit denen sich Organisationen heute konfrontiert sehen, lassen sich überhaupt nicht projektlogisch lösen. Sie sind zu komplex, zu systemisch und bedürfen einer langfristigeren Strategie. Genau hier beginnt die Relevanz von Innovationspartnerschaften.

Warum klassische Innovationsprojekte zunehmend an ihre Grenzen stoßen

Innovationsprojekte folgen meist einer bekannten Logik: Problem definieren, Methode auswählen, Lösungen entwickeln, Ergebnisse präsentieren. Diese Struktur funktioniert gut, solange das Problem klar umrissen ist und die Rahmenbedingungen stabil bleiben. In der Praxis ist das jedoch immer seltener der Fall. Organisationen stehen vor parallelen Herausforderungen:

  • technologische Unsicherheit (z. B. KI, Automatisierung),
  • organisatorische Reibung,
  • regulatorische Dynamiken,
  • widersprüchliche Stakeholder-Interessen.

In solchen Kontexten erzeugen punktuelle Innovationsprojekte häufig Erkenntnisse, aber selten vermögen sie nachhaltige Wirkung zu entfachen.

Innovation scheitert also nicht an Ideen, sondern an mangelnder Kontinuität bzw. am kontemporären Zeitdruck.

Was Innovationspartnerschaften grundlegend anders machen

Innovationspartnerschaften verschieben den Fokus und nehmen den Druck vom Einzelnen. Der partnerschaftliche Weg verläuft dezidiert anders: weg von einzelnen Maßnahmen, hin zu gemeinschaftlich definierten Lernprozessen.
Es geht nicht darum, möglichst schnell Lösungen zu liefern, sondern darum, Orientierung aufzubauen, Hypothesen zu testen und Entscheidungen schrittweise zu entwickeln; das ganze parallel zum weiterlaufenden Tagesgeschäft.

Eine Innovationspartnerschaft bedeutet:

  • gemeinsames Verständnis statt externer Empfehlung,
  • iterative Forschung statt einmaliger Analyse,
  • langfristige Wirkung statt kurzfristiger Ergebnisse.

Innovation wird also nicht einfach eingekauft – sie wird gemeinsam entwickelt. So bleibt auch Raum fürs Setzen eigener Akzente.

Warum jetzt genau der richtige Zeitpunkt für eine Innovationspartnerschaft ist

Viele Organisationen befinden sich aktuell in einer Phase der Ernüchterung. Die großen Innovationsversprechen der letzten Jahre – von Design Thinking über die agile Transformation bis zum allgegenwärtigen KI-Hype – haben Erwartungen geweckt, die sich nur teilweise erfüllen ließen. Diese Ernüchterung ist kein Scheitern. Sie ist Teil eines notwendigen Reifeprozesses. Durch sie entsteht der Raum, um Fragen zu stellen, die wirklich nach vorn verweisen:

  • Was brauchen wir wirklich, um innovativ zu bleiben?
  • Welche Kompetenzen fehlen uns systemisch?
  • Wo brauchen wir langfristige Sparringspartner statt kurzfristiger Impulse?

Innovationspartnerschaften liefern eine Antwort auf genau diese Fragen.

Wann Innovationspartnerschaften besonders sinnvoll sind

Eine einfache Antwort auf die implizite Frage könnte lauten: Wenn ihr händeringend nach neuen Perspektiven sucht, die euch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, dann ist die Zeit gekommen, sich über eine Innovationspartnerschaft Gedanken zu machen. Aus unserer Erfahrung sind Innovationspartnerschaften vor allem dann wirksam, wenn:

  • Probleme noch nicht eindeutig definiert sind,
  • technologische Möglichkeiten und organisationale Realität (weit) auseinanderliegen,
  • Innovationsvorhaben nicht skalieren, obwohl sie generell vielversprechend aussehen,
  • Orientierung wichtiger ist als Geschwindigkeit.

Kurzum: immer dann, wenn klassische Projektlogiken zu kurz greifen ist es äußerst sinnvoll, sich im Rahmen einer Innovationspartnerschaft an ausgewiesene Expert:innen zu wenden.

Wir haben uns mit unserem hauseigenen R&D Lab eine Domäne geschaffen, die sich genau auf diese, langfristige Logik einlässt.

Die Rolle externer Partner wird konsequent neu gedacht

Der externe Partner in einer Innovationspartnerschaft ist weder reiner Dienstleister noch methodischer Animateur. Seine Rolle ist eine andere:

  • kritischer Sparringspartner,
  • forschungsbasierter Beobachter,
  • Übersetzer zwischen Strategie, Technologie und Nutzung,
  • beratende Instanz.

Eine solche Rolle zu übernehmen erfordert Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft, ein gewisses Maß an Unsicherheit auszuhalten.

Innovationspartnerschaften funktionieren nicht trotz einem gewissen Maß an Unsicherheit, sondern gerade seinetwegen.

Fazit: Innovationspartnerschaften lohnen sich

Innovationspartnerschaften sind kein Allheilmittel. Sie ersetzen keine strategische Verantwortung und nehmen Organisationen keine Entscheidungen ab. Aber sie schaffen die Voraussetzungen, unter denen gute Entscheidungen überhaupt erst getroffen werden können.
Gerade in Zeiten hoher Komplexität und geringer Vorhersagbarkeit sind sie kein Luxus, sondern eine sinnvolle Antwort auf strukturelle, innerbetriebliche Überforderung.
Innovation braucht weniger Aktionismus und mehr gemeinsame Verantwortung. Ein innovationspartnerschaftliches Vorgehen eröffnet die Möglichkeit, neue Impulse möglichst schnell und einfach in die eigenen Prozessroutinen zu übernehmen und so den Grundstein zu legen für nachhaltige Entwicklung.

Solltet ihr aktuell vor der Frage stehen, wie Innovation in eurem Unternehmen langfristig sinnvoll verankert werden kann, kontaktiert uns gerne bezüglich einer möglichen Innovationspartnerschaft.

Über den Autor

Jonas ist Kommunikationsexperte und zeichnet sich seinerseits verantwortlich für die sprachliche Darstellung der Taikonauten, sowie hinsichtlich aller öffentlichkeitswirksamen R&D-Inhalte. Nach einiger Zeit in der universitären Forschungslandschaft ist er angetreten, seinen Horizont ebenso stetig zu erweitern wie seinen Wortschatz.

Lachender junger Mann mit Brille